Rund 87.500 Euro für den Jugendbus Halle-Neustadt
Das Angebot unseres Jugendtreffs in Halle-Neustadt „unserhayat“ soll künftig auch direkt an den Treffpunkten der Jugendlichen stattfinden. Dafür erhält die Hallesche Jugendwerkstatt rund 87.000 Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Den Zuwendungsbescheid überreichte Staatssekretärin Susi Möbbeck aus dem Landessozialministerium in dieser Woche an Geschäftsführerin Anna Manser und das Team des Jugendtreffs.
Mit dem Geld wird ein Jugendbus angeschafft und als mobiler Jugendraum eingesetzt. Er soll an unterschiedlichen Orten in Halle-Neustadt niedrigschwellige, präventive und offene Angebote ermöglichen, etwa auf Plätzen, Sport- und Freiflächen oder an informellen Treffpunkten. Ziel ist es, vor allem Jugendliche ab 14 Jahren zu erreichen, die bislang keinen Jugendtreff besuchen, und ihnen zugleich den Weg in die stationären Angebohte zu ebnen.
„Jugendliche, die in Halle-Neustadt aufwachsen, deutsche genauso wie ausländische, haben es schwerer als in anderen Teilen der Stadt. Statistisch gesehen starten sie mit schlechteren Bedingungen in Elternhaus, Schule und Freizeit. Mit unserem Jugendtreff bieten wir ihnen einen Ort, an dem sie Spaß haben und Unterstützung und Anerkennung bekommen – ein Konkurrenzangebot zur Straße. Mit dem Jugendbus gehen wir jetzt direkt dorthin, wo sich Jugendliche aufhalten, die bisher in keinen Jugendtreff kommen“, sagt Geschäftsführerin Anna Manser.
Geplant sind Materialien für Spiel, Sport und kreative Aktivitäten sowie für Beteiligungs- und erlebnispädagogische Angebote. Der Bus erhält außerdem Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten, ein kleines Büro- und Beratungsmodul, Stauraum, eine mobile Stromversorgung und Sicherheitsausstattung. Eine auffällige Gestaltung soll ihn im Stadtteil schnell wiedererkennbar machen. Die Jugendlichen bestimmen bei Standorten, Material und Angeboten mit. Einsatzorte und Zeiten werden mit Partnern wie Streetwork, Schulen, Beratungsstellen und Vereinen abgestimmt.
Staatssekretärin Susi Möbbeck erklärte, die mobile Jugendarbeit solle zusätzliche Anlaufpunkte schaffen und Zugangsbarrieren abbauen. Der Jugendbus könne das Miteinander im Stadtteil stärken und weitere Jugendliche erreichen.
Angesichts des großen Modernisierungs- und Renovierungsbedarfs von Jugendeinrichtungen hat sich Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland entschieden, mit einer Sonderinvestition Jugendarbeit gezielt Jugendtreffs und Jugendzentren in den Kommunen per Vollfinanzierung zu unterstützen. Insgesamt stehen dafür 15,45 Millionen Euro bereit. Gefördert werden neben Sanierungen, Barrierefreiheit und Ausstattung ausdrücklich auch mobile Angebote der Jugendarbeit.

(c) Fotos: Niklas Gerlach/Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
