Der Winter ist in vollem Gange – und mit ihm die bitterkalten Nächte, die für Menschen ohne festen Wohnsitz schnell zur Gefahr werden können. Im SCHIRM-Projekt, der Anlaufstelle für junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren in schwierigen Lebenslagen, wird jedes Jahr deutlich, wie existenziell bedrohlich die kalte Jahreszeit für wohnungslose (junge) Menschen ist.
Aus diesem Grund wurde vom Bündnis „Wohnungslosigkeit überwinden“, in dem das SCHIRM-Projekt aktiv mitarbeitet, die Aktion Kälterucksäcke ins Leben gerufen. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern – darunter soziale Einrichtungen, die Hallesche Wohnungsgesellschaft, das Jobcenter, die Wärmestube, der Bus Vierjahreszeiten, die Polizeigewerkschaft sowie engagierte Privatpersonen – wurden die Rucksäcke gepackt und finanziert. Ermöglicht wurde dies durch Spenden der PS-Lotterie und der HWG.


Die eisigen Temperaturen, gefrorene Gewässer und die beißende Kälte in den Nächten zeigen deutlich: Der Winter meint es ernst. Für Menschen, die auf der Straße leben oder in unsicheren, unbeheizten Unterkünften unterkommen müssen, ist diese Zeit besonders hart. Viele Klient*innen berichten, dass vor allem die Nächte zur größten Belastung werden – wenn die Kälte durch Kleidung und Decken dringt und selbst einfache Dinge wie das morgendliche Anziehen zur Überwindung werden.
Die Kälterucksäcke enthalten genau das, was in dieser Situation dringend benötigt wird: einen warmen Schlafsack, eine Isomatte, Wärmesohlen, einen Thermobecher sowie weitere wichtige Utensilien wie Socken, Handschuhe und Rettungsdecken. Jeder einzelne Rucksack ist darauf ausgelegt, Schutz zu bieten und im Zweifel Leben zu retten.


Umso erfreulicher ist es, dass die Kälterucksäcke inzwischen im SCHIRM-Projekt angekommen sind. Die ersten Exemplare konnten bereits an bedürftige, wohnungslose junge Menschen ausgegeben werden.
Dass so viele unterschiedliche Akteure gemeinsam handeln, ist ein starkes Zeichen der Solidarität. Besonders hervorzuheben ist, dass auch Betroffene selbst in die Aktion eingebunden waren. Dieses Miteinander macht deutlich: Wohnungslosigkeit ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Die Verteilung der Rucksäcke erfolgt über verschiedene Anlaufstellen in Halle – eine davon ist das SCHIRM-Projekt. Dabei geht es um mehr als die Ausgabe eines Rucksacks. Häufig entsteht daraus ein erster Kontakt, der den Zugang zu weiterführender Unterstützung, Beratung und Begleitung eröffnet. Neben dem materiellen Schutz senden die Rucksäcke auch ein wichtiges Signal: Die betroffenen Menschen werden gesehen und nicht allein gelassen.
Mit den Kälterucksäcken kann der Winter für einige der besonders gefährdeten jungen Menschen zumindest ein Stück erträglicher werden. Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten und Unterstützenden, die diese Aktion möglich gemacht haben.
