Filmvorführung und Gespräch

Coexistence, My Ass!
Filmabend mit Einführung und Filmgespräch mit Itzik Aharon und Hans Goldenbaum

Donnerstag, 05. März 2026, 19.30 Uhr im Kino Zazie

Noam Schuster-Eliassi ist aufgewachsen in der zweisprachigen israelisch-palästinensischen Kommune Wahat al-Salam – Neve Shalom (Oase des Friedens), die sich der Koexistenz verschrieben hat. Doch Noam verliert zunehmend den Glauben an traditionelle Dialogformate und NGOs. Sie wendet sich der Stand-up-Comedy zu und erregt schnell Aufmerksamkeit im gesamten Nahen Osten. Für ihren satirischen Blick auf das jüdisch-palästinensische Verhältnis in Israel wird sie bald geliebt und gehasst. Mit beißender Satire konfrontiert Noam ihr Publikum mit schwierigen Wahrheiten, die nicht immer zum Lachen sind, aber daran erinnern, dass eine andere Realität möglich ist.

Während ihr Stern steigt, bringt erst die Pandemie alles zum Stillstand. Und dann wird der 7. Oktober 2023 zur absoluten Zäsur. Wie trauern um Freunde, die beim Angriff der Hamas ermordet oder entführt wurden, wenn Polarisierung und Hass bei vielen keinen Raum für Empathie für die Opfer dieser Kriegsverbrechen lassen? Während die eigene Regierung immer extremer agiert und auch die israelische Armee massive Kriegsverbrechen begeht, die zehntausende Opfer fordern? Scheitern in diesen Zeiten die Satire oder der politische Aktivismus im Bemühen um menschliche Integrität? Filmemacherin Amber Fares hat die jüdische Stand-up-Comedienne und Aktivistin für diesen Dokumentarfilm fünf Jahre lang mit der Kamera begleitet.

Hebräisch/Arabisch/Englisch – Original mit deutschen Untertiteln, USA/Frankreich 2025, 95 Minuten

Itzik Aharon ist Sozialwissenschaftler mit dem Schwerpunkt conflict studies und Bildungsreferent. Er wurde in Jaffa geboren, wo er in einer jüdischen Familie aufwuchs, die aus dem Irak stammt. Seit seiner Jugend engagiert er sich gegen Diskriminierung und für eine gerechte Koexistenz zwischen Israelis und Palästinenser:innen. Als Erwachsener wanderte aus Israel nach Deutschland aus. Aktuell arbeitet er bei der Halleschen Jugendwerkstatt gGmbH im Bereich der historisch-politischen Bildung.

Hans Goldenbaum ist Islam- und Sozialwissenschaftler mit einem Fokus auf Zeitgeschichte des Mittleren und Nahen Ostens. Er lebte mehrere Jahre in Israel und Palästina und spricht Hebräisch und Arabisch. Aktuell arbeitet er als Bereichsleiter bei der Halleschen Jugendwerkstatt gGmbH und leitet dort Beratungsstellen und Angebote im Bereich Gewaltprävention und spezialisierte Jugendhilfe in Sachsen-Anhalt.


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